S t ä d t e b a u l i c h e s   K o n z e p t  
A k a d e m i e   J ü d i s c h e s   M u s e u m   B e r l i n



Städtebauliche Studie
Beratung und Qualitätssicherung
Begleitung des Bebauungsplan-Verfahrens
Wettbewerbsmanagement öffentliche Räume um die Akademie
Entwurf und Planung Aussenräume Akademie

Auftraggerin
Stiftung Jüdisches Museum Berlin
Senatsverwaltung für Stadtentwicklung

Ulrike Böhm, Cyrus Zahiri, Katja Benfer,
Matthias Sachse, Mara Werner,Anna-Kajsa
Gustavsson, Pilar Morilla, Rita Leal, Anne Wex,
Christina Bös,Sumika Aizawa


 
 



Die Fläche der zukünftigen Akademie liegt an der Grenze zwischen Köpenicker Vorstadt und der südlichen Friedrichstadt. Die beiden Stadtbereiche unterscheiden sich voneinander durch ihr Ordnungsmuster und ihren Entstehungsprozess.

Der Stadtgrundriss entlang der Lindenstrasse entwickelte sich in einem schrittweisen Verstädterungsvorgang. Dagegen entstand der südliche Teil der Friedrichstadt innerhalb eines geplanten Blockrasters. Ihr Autor, Johann Philipp Gerlach, königlicher Oberbaudirektor unter Friedrich Wilhelm I, konzipierte sie ab 1732 in Fortsetzung der orthogonalen Ordnung der Dorotheenstadt.

Die Übergänge und Richtungswechsel zwischen den beiden Stadtbereichen betonte er durch städtebauliche Blickpunkte. Zu diesen Point-de Vues gehört auch das Kollegienhaus, der heutige Sitz des Jüdischen Museums.

 



Auch als oberstem preussischen Baubeamten gelang es Gerlach nicht die feinmaschige und damit sehr durchlässige Gliederung der Friedrichstadt auf ihre südlichen Baufelder zu übertragen.

Die Friedrichstädtischen Blöcke umfassen jeweils eine Fläche von knapp 1 Hektar. Demgegenüber betrug die Ausdehnung des Baufeldes gegenüber dem Kollegiengebäude rund 154 Hektar. Unter Ausnutzung dieses besonders großzügigen Flächenzuschnittes entstanden 1835 die königliche Sternwarte und um 1880 die zweite Berliner Großmarkthalle.

Planungen der 1960er Jahre bestimmten Teile des Baufeldes zum Standort des Berliner Blumengroßmarktes. In Teilbereichen sollte zusätzlich ein Autobahnknoten entstehen.

 



Diesen großflächigen Nutzungen standen immer wieder Eingriffe gegenüber, die darauf abzielten das Baufeld in Teilbereiche zu gliedern und damit stärker mit seiner Umgebung zu vernetzen.

Zu diesen Interventionen gehörte 1835 die Anlage des Enckeplatzes und des Gartens an der Sternwarte sowie 1913 der Durchbruch der Enckestrasse zur Lindenstrasse. In den 1980er Jahren werden im Rahmen der Internationalen Bauausstellung (IBA) die E.T.A.-Hoffmann-Promenade und der Besselparks angelegt.

 

Wir haben versucht die wechselvolle Planungsgeschichte des Ortes zu berücksichtigen. Besonders wichtig schien uns die Verknüpfung der Fläche mit dem angrenzenden Stadtgefüge und die bauliche Fassung der öffentlichen Räume. Das städtebauliche Konzept sieht zwischen Friedrichstrasse und dem Kollegiengebäude eine Platzfolge vor.

Vor dem Akademiegebäude des JMB entsteht ein neuer Eingangsplatz, der sich zum Kollegienhaus und dem Libeskind-Bau öffnet. Der Übergang zum Besselpark wird durch eine zweite kleinere Platzfläche betont. In seiner Fortsetzung ist eine Querung des Parks zur Friedrichstrasse vorgesehen. Der Besselpark erhält an seiner Südseite eine neue räumliche Fassung.

 

Der Akademiebau des Jüdischen Museums bildet den Mittelpunkt des neuen Quartiers. Die, in den 1960er Jahren errichtete Sheddach-Halle des Architekten Grimmek wird gegenüber dem Kollegiengebäude und dem Besselpark als plastischer Baukörper inszeniert. Die Halle wird an ihren übrigen Seiten durch eine Randbebauung umfasst.

Die Bebauung ergänzt den zunächst ausschließlich kulturell geprägten Standort um alltägliche Nutzungen wie Wohnungen, Büros und Geschäfte. Um künftige Nutzervorstellungen zu berücksichtigen bleiben die Baufelder zunächst typologisch offen.

Die Gestaltungsfreiheit der künftigen Bauherren und ihrer Architekten wird nur im Bereich der Platzfolge eingeschränkt. Hier gelten zurückhaltende städtebauliche Festsetzungen wie Baulinien und Bauhöhen.

bbzl
boehm benfer zahiri
architektur städtebau landschaft

www.bbzl.de
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