S t a d t t e i l p a r k   A d l e r s h o f

Schinkel-Wettbewerb
Fachsparte Landschaftsarchitektur
1997
Konzept



Das ehemalige Flugfeld trennt die Berliner Stadtteile Johannisthal und Adlershof. Ihr Gegenüber zeichnet sich, teilweise dramatisiert in den Parkkonturen ab. Ein "nördlicher" und ein "südlicher Park“ sollen den Charakter der Stadtteile unterstreichen. In ihrer Mitte schützen sie den ruderalen Bereich, in Fortsetzung der Kranspange am Großberliner Damm berühren sie einander.

Die Kontur des Entwicklungsplans für Johannisthal-Adlershof verzahnt die Parkfläche mit dem Stadtraum. Die Stadtkanten ragen in die Fläche hinein, umgekehrt liegen Teile des Parks als grüner Korridor in der Stadt. Diese Bezüge sollen aufgenommen und genutzt werden. Gestaltungselemente des Entwurf sind die für das Gebiet typischen Baumreihen, Böschungen und provisorischen Zäune. Dem ruderalen Bereich "Brachland“ in der Mitte der Fläche soll die Möglichkeit der Entwicklung gegeben werden. In Anlehnung an andere Berliner Ruderalflächen wird es durch eine eingelagerte "Schneise" und einen nord-südlichen, hohen Steg gegliedert. Die Schneise verhindert ein undurchdringliches Dickicht und soll erst nach Stabilisierung des Feldes zu nutzen sein.

ruderales Feld/
Wildnis



Der Vegetation auf dem ehemaligen Flugfeld in der Mitte des Feldes soll über die Jahre hinweg die Möglichkeit zur Entwicklung gegeben werden. Dieser ruderale Bereich wird nördlich und südlich durch einen Stadtpark geschützt. Der nördliche Park grenzt sich gegenüber dem Ruderalgebiet als 2m hohe Böschung ab. Der südliche Park wird vom Ruderalgebiet durch einen Zaun abgegrenzt. Dieser Zaun bleibt nur solange bis sich die Vegetation auf dem Flugfeld stabilisiert hat, er wird dann entfernt. Westlich werden die Halbtrocken-Rasen-Felder zu einem Feuchtbereich verbunden und bilden so eine natürliche Grenze.

Nördlicher und südlicher Park werden über das Ruderalfeld hinweg durch einen erhöhten Holzsteg verbunden. In ost-westlicher Richtung hält ein befestigter Weg in der verbuschenden Fläche eine Schneise frei.

südlicher
Park


Das räumliche Strukturkonzept für Berlin weist das ehemalige Flugfeld als Verbindung von zwei Großgrünräumen aus: Ein westlicher Strang führt entlang des Teltow-Kanals bis in die Innenstadt, ein östlicher führt über die "Köllnische Heide" bis zum nördlichen Stadtrand. Unter Berücksichtigung dieser übergeordneten Zielsetzung verbinden wir die beiden Stränge mit einem 'südlichen Park". Er führt von der Rudower Chaussee über die Kranspange, dann abknickend entlang des Bahndamms bis zum S-Bahnhof Adlershof.

Der Park nimmt Funktionen, wie Spielplätze, Erholungsflächen u. ä. auf. In Analogie zum städtebaulichen Plan sollte seine Gestaltung Stadtbezug und Einheitlichkeit sichern aber trotzdem individuelle Ausgestaltung zulassen:

Eine niedrige Mauer begleitet die angrenzen Straßen, (straßenseitig 30 cm, parkseitig 90 cm vertieft). An Straßeneinmündungen ist sie für in den Park ragende Stadtbalkone ausgespart. Diese Balkone verbinden über Treppen das Stadtniveau mit der 60cm tiefer liegende Parkfläche. Straßenseitig umfassen niedrige Mauern ( 30, 60 oder 90 cm), in Anlehnung an Blockraster verschiedene Flächen, Liegewiesen, Spielplätze, ... Ein Punktraster aus Sandbirken und Schwerpunkte aus Holländischen Linden gliedern die Parkfläche. Die bestehende Pappelreihe, der Brückenkopf für den abgehenden Steg und ein Naßspielfeld mit Brunnen werden in diese Struktur eingefügt. Der Brunnen versorgt die zu vernässende Fläche. Baumreihen aus Säulenpappeln stehen als Merkzeichen für Beginn und Ende.
nördlicher
Park


Der nördliche Park führt als angeschüttete Böschung in Fortsetzung der Kranspange über einen Knick hin zum Segelfliegerdamm. Das Gefälle der Böschung ist gegenüber Park und "Brachland" relativ steil, zur Straße hin dagegen schwach abfallend. Am Platz an der „Kranspange“ leitet er über in den südlichen Park. Um den Park zum ruderalen Gebiet in Beziehung zu setzen, wird seine Böschung an wichtigen Sichtbezügen der Johannisthaler Stadterweiterung geknickt. Dieser Knick nimmt den aus Süden kommenden Steg auf.

In die Böschungsfläche geschoben liegen Flächen für Sport und Freizeit. Weg und Böschung münden in einen Eingangsbereich am Segelfliegerdamm. Ihr Verhältnis zueinander kehrt sich hier um: eine schmale tribünenartige Böschung besetzt das breite Eingangsfeld. Auch hier wird der Park mit dem Merkzeichen der hohen Baumreihen aus Säulenpappeln abgeschlossen.
Quellen Unterlagen der Ausschreibung Schinkelwettbewerb 1995
Konsensplan Johannisthal-Adlershof, Stand 1995, Urban Consult
Stadtentwicklung und Umweltschutz Berlin, Räumliches Strukturkonzept
Grundlagen für die Flächennutzungsplanung,
Hrsg. SenStadtUm Berlin, April 1992
Berlin wird... Johannisthal - Adlershof, Technologie- und Wissenschaftsstadt, Hrsg. SenStadtUm Berlin (c) 1994
Daten Wettbewerbsbeitrag Schinkelwettbewerb 1997
Fachsparte Landschaftsarchitektur
bbzl
boehm benfer zahiri
landschaften städtebau

www.bbzl.de
  [ Abbildungen Stadtteilpark Adlershof ]
[ Mail | Impressum ]

[ Fenster schließen ]